Psychische Belastungen...nach Einsätzen

30 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Emstek absolvieren Lehrgang zum Thema „Faktoren und Merkmale psychischer Belastung im Einsatz“

Heinz Dierker, DRK-Beauftragter für das Kriseninterventionsteam, schulte die Emsteker Feuerwehrkameraden zum Thema „Faktoren und Merkmale psychischer Belastung im Einsatz“.

Heinz Dierker, DRK-Beauftragter für das Kriseninterventionsteam, schulte die Emsteker Feuerwehrkameraden zum Thema „Faktoren und Merkmale psychischer Belastung im Einsatz“.

Wie verhalte ich mich, wenn mir ein schrecklicher Einsatz nachts „aufs Bett nachkommt“? Wenn ich, im schlimmsten Fall, plötzlich die Kontrolle über mein eigenes Verhalten verliere? Wenn ich Angst vor weiteren Einsätzen bekomme, Durchschlafstörungen habe. Sich ein allgemeines Erschöpfungsgefühl breit macht? Wenn ich mich hilflos fühle oder gar aggressiv werde?

Nicht nur für die direkt betroffenen Personen oder ihre Angehörigen kann der Verlust von Hab und Gut nach einem Brand, ein plötzlicher Todesfall oder ein schrecklicher Unfall zu starken psychischen Belastungen führen. Auch die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren, der Polizei, des THWs oder des Rettungsdienstes können durch das Erlebte in ihren Einsätzen an die Grenzen ihrer psychischen Belastbarkeit gelangen. Leider werden diese Grenzen manchmal auch überschritten.

Heinz Dierker, DRK-Beauftragter für das Kriseninterventionsteam, vermittelte 30 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Emstek in einem Lehrgang die Faktoren und Merkmale psychischer Belastungen im Einsatz. Den Kameraden wurden die Hintergründe von seelischen Belastungen und ihre Ursachen aufgezeigt. Außerdem wurde ihnen anschaulich nahe gebracht, wie man Belastungs-/Stressreaktionen erkennt und zu starke seelische Belastungen vermeidet. Heinz Dierker machte den Einsatzkräften deutlich, dass intensive Gedanken, Albträume oder Erinnerungen an das Ereignis ganz normal seien, in der Regel aber nach wenigen Tagen verschwinden würden. Erst, wenn, wie er es bildlich veranschaulichte, in einer Kommode zu viele „Ereignis“-Schubladen offen stehen und nicht mehr geschlossen werden können, braucht auch eine Einsatzkraft professionelle Hilfe, um das Erlebte zu verarbeiten.

Zum Abschluss des Lehrgangs bedankte sich Frank Jansen, stellv. Gemeindebrandmeister, bei Heinz Dierker für die Durchführung des Lehrganges im Emsteker Feuerwehrhaus. Auch wenn der Lehrgang künftig nur noch in der Feuerwehrtechnischen Zentrale des Landkreises in Cloppenburg durchgeführt werde, zeige das große Interesse wie wichtig es ist die Feuerwehrkameraden über diese Thematik zu informieren.

Referent mit Spende überrascht

Frank Jansen, stellv. Gemeindebrandmeister, überreicht den Spendenscheck an den DRK-Beauftragten für Krisenintervention, Heinz Dierker.

Aus Dankbarkeit für die Zusammenarbeit und die ausgezeichnete Arbeit des Kriseninterventionsteams, der Notfallseelsorge hatten die Lehrgangsteilnehmer noch eine Überraschung für den Referenten parat. Für die weitere Ausstattung des neuen Fahrzeugs des KIT überreichte der stellvertretende Gemeindebrandmeister Frank Jansen einen Spendenscheck in Höhe von 1.500,00 €.

Die Lehrgangsteilnehmer mit dem DRK-Beauftragten für Krisenintervention Heinz Dierker. In den Händen der Spendenscheck in Höhe von 1.500,00 € für die Ausstattung des neuen KIT-Fahrzeugs.