Wechsel an der Spitze!

Kameraden stehen zu 100 Prozent zum neuen Gemeindebrandmeister

Bürgermeister Michael Fischer mit dem neuen Gemeindebrandmeister Reinhard Vaske (links) und seinem Stellvertreter Frank Jansen.

Ganz im Zeichen von Wechsel und Neuanfang stand die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Emstek. Reinhard Vaske wurde mit 100 % der Stimmen zum neuen Gemeindebrandmeister gewählt. Frank Jansen erhielt bei seiner Wahl zum stellvertretenden Gemeindebrandmeister ebenfalls alle Stimmen seiner Kameraden. Beide müssen vom Rat der Gemeinde am 19. März noch in ihren Ämtern bestätigt werden. „Eine reine Formsache“, wie Bürgermeister Michael Fischer anmerkte.

Gewohnt souverän führte Konrad Böske durch seine letzte Generalversammlung als Gemeindebrandmeister
Bürgermeister Michael Fischer mit dem scheidenden Gemeindebrandmeister Konrad Böske und seinem Stellvertreter Uwe Zimmermann.

Zum letzten Mal leitete Gemeindebrandmeister Konrad Böske die Generalversammlung „seiner“ Freiwilligen Feuerwehr Emstek und führte durch die umfassende Tagesordnung.

Er begrüßte Bürgermeister Michael Fischer und Bernd Peckskamp von der Gemeinde Emstek, den stellvertretenden Kreisbrandmeister Berthold Bäker sowie die Feuerwehrkameraden der aktiven Wehr und der Altersabteilung. In seiner sehr persönlichen Abschiedsrede als Gemeindebrandmeister ging er zunächst auf die Vielzahl und Vielfältigkeit der Einsätze und Aufgaben der Feuerwehr ein. Jährlich würden bei ca. 555.000 Brandeinsätzen, 990.000 Technische Hilfeleistungen und 1.850.000 Rettungseinsätzen von Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren Hilfe geleistet. Beachtlich hierbei sei, dass 2/3 aller Einsätze im Bereich Brand und Technische Hilfeleistung ausschließlich von Freiwilligen Feuerwehr geleistet würden. „Wir, liebe Feuerwehrkameraden erfüllen diese Aufgaben jeden Tag und stehen für die Ereignisse zu fast jeder Zeit bereit, ohne dafür einen geldlichen Lohne erhalten zu wollen. Unser Lohn ist die Freude und Dankbarkeit der Bürger, die wir aus bedrohlichen Situationen retten, oder ihr Hab und Gut schützen.“, so Konrad Böske.

Bestrebungen Rechnungen für die Rettung von Mensch und Tier sowie für den Schutz von Hab und Gut zu stellen, erteilte er eine klare Absage. Dann würde sich die Freiwilligkeit in eine Gezwungenheit wandeln. Die Kosten für eine bezahlte Feuerwehr könnten niemals von einer Einsatzabrechnung getragen werden. Deutliche Worte fand er auch an den Bürgermeister und den Stellvertretenden Kreisbrandmeister gerichtet, was die „Abmeldung“ von Feuerwehren für ganz bestimmte kurzfristige Zeiträume angeht. Als freiwillige Feuerwehr müsse es möglich sein auch gemeinsam zu feiern ohne in rechtliche Bedrängnis zu geraten. Hier gebe es Klärungsbedarf, so der scheidende Gemeindebrandmeister

Seit 12 Jahren seien er und sein Stellvertreter Uwe Zimmermann verantwortlich für die Feuerwehr Emstek gewesen, dies sei nicht immer leicht gewesen. Immer wieder hätten - manchmal in Sekundenschnelle - Entscheidungen gefällt werden müssen, so Konrad Böske. Er betonte, dass er gerne der Gemeindebrandmeister der Feuerwehr Emstek gewesen sei und ihm die letzten zwölf Jahre an der Spitze viel Freude gemacht hätten. Schließlich bedankte er sich bei seinen bisherigen Wegbegleitern, bei der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit aber auch beim neuen Kommando für den Mut sich für die Feuerwehr einzusetzen. Sein ganz besonderer Dank galt jedoch seiner Ehefrau und seinen Kindern. Ohne die Unterstützung und den Rückhalt in seiner Familie wäre die Aufgabe nicht zu erfüllen gewesen.

In seinem Grußwort dankte auch Bürgermeister Michael Fischer allen Feuerwehrkameraden für die geleistete Arbeit bei den nicht immer ganz leichten Einsätzen. Gerade die letzten Wochen hätten gezeigt, wie anstrengend der Feuerwehrdienst sein könne, wenn eine Vielzahl von Einsätzen abzuarbeiten sei und diese dann mit Todesfällen auch psychisch nicht einfach zu verkraften seien. Er kündigte an, die Punkte „Abmeldung“ und „Großleitstelle“ auf der Klausurtagung der Bürgermeister zu thematisieren und prüfen zu lassen.

Freude über neue Mitglieder, Einsatzzahlen auf Rekordhoch...

Auf ein Rekordhoch sind die Einsatzzahlen bei der Feuerwehr Emstek 2013 geklettert. Insgesamt 118 Mal mussten die Emsteker Einsatzkräfte ausrücken. Davon zu 54 Brandeinsätzen und 63 Hilfeleistungseinsätzen. Eine noch nie dagewesene Anzahl.
Simon Vorwerk erhielt aus den Händen vom Stellvertretenden Kreisbrandmeister Berthold Bäker die Niedersächsische Hochwassermedaille.
Insgesamt 8 Emsteker Kameraden
hatten beim Elbehochwasser Hilfe geleistet.

In seinem Jahresbericht zeigte sich Schriftführer Rainer Deeken besonders erfreut darüber, dass im abgelaufenen Jahr mit Jonas Richter, Nico Hülskamp, Torben Segger und Matthias Ellers vier neue Kameraden gewonnen werden konnten. Die Mitgliederzahl zum 31.12.2013 betrug 56 aktive Feuerwehrleute und 12 Mitglieder in der neu konstituierten Altersabteilung.

Weniger erfreulich sei dagegen die Entwicklung der Einsatzzahlen. Insgesamt zu 118 Einsätzen (Vorjahr: 92) sei die Emsteker Wehr gerufen worden, so Deeken. Hierfür wurden 3.043 Stunden aufgewendet. Die 54 (36) Brandeinsätze unterteilten sich in 25 Fehlalarme, 7 Entstehungsbrände, 11 Kleinbrände, 6 Mittelbrände und 5 Großbrände. Drei Einsätze davon waren überörtlich. Die Brandeinsätze wurden von durchschnittlich 17 Kameraden in 1.259 (466) Stunden abgearbeitet.

Die 63 (56) Hilfeleistungseinsätze unterteilten sich in 9 (17) Verkehrsunfälle, 32 (20) Sturmeinsätze, 3 Wassereinsätze, 6 (5) Gefahrguteinsätze und 13 (12) sonstige Hilfeleistungen. Bei vier Einsätzen mussten andere Wehren unterstützt werden. An den Hilfeleistungen waren im Durchschnitt 18. Kameraden beteiligt. Die aufgewendeten Stunden betrugen 1.784 (1.129).

8 Kameraden beteiligten sich im Sommer mit 664 Einsatzstunden an der Bekämpfung des Elbehochwassers und bekamen hierfür die Niedersächsische Hochwassermedaille verleihen.

Trotz des Rückgangs der Verkehrsunfallzahlen von 17 auf 9 seien leider 4 (3) Tote und 21 Verletzte zu beklagen gewesen, so Rainer Deeken abschließend.

Die Jahresberichte...

25 Jahre Atemschutzgerätewart. Dafür bekam Clemens Themann einen Wurstkorb als Präsent.

Auch die Jahresberichte der einzelnen Verantwortungsbereiche verdeutlichten eine starke Zunahme des Arbeitsaufwandes. Neben der Aufzählung der geleisteten Arbeiten wie zum Beispiel die jährlichen Sicherheitsprüfungen und TÜV-Untersuchungen der Fahrzeuge und der Gerätschaft dankte Gerätewart Christoph Rump insbesondere der Feuerwehrtechnischen Zentrale für die große Unterstützung. Als das Highlight im Jahr 2013 stellte er die Inbetriebnahme des neuen Erstangriffsfahrzeugs, eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 20-20), heraus.

Als besonderen Dank für seine 25-jährige Tätigkeit als Atemschutzgerätewart erhielt Clemens Themann aus den Händen von Gemeindebrandmeister Konrad Böske einen Wurstkorb als Dankeschön.

Schulklassenbetreuer Uwe Zimmermann berichtete, dass im Jahr 2013 insgesamt 138 Grundschulkinder das Feuerwehrhaus besucht hätten. Mit dem Ende seiner Amtszeit als Stellvertretender Gemeindebrandmeisters gebe er auch die Funktion des Schulkassenbetreuers ab. In den letzten Jahren habe sein Team ca. 2.500 Kinder betreut. Dafür danke er insbesondere seinen Mitstreitern Hermann-Josef Böckmann, Karsten Berger und Michael Toetz für die Unterstützung, so Uwe Zimmermann.

Ehrengemeindebrandmeister Paul Hoffhaus berichtete, dass sich die Altersabteilung neu aufgestellt hat. Er werde als 1. Vorsitzender von Berthold Meyer (Kassenwart) und Josef Holtvogt und Karl-Heinz Abeln (Beisitzer) unterstützt.

Neuwahlen

Das neue Kommando der Feuerwehr Emstek

Nach den Jahresberichten und der Entlastung des Kommandos standen Neuwahlen auf der Tagesordnung. Entsprechend den gesetzlichen Vorgaben wurde zunächst Reinhard Vaske mit 100 % der Stimmen zum neuen Gemeindebrandmeister gewählt.

Ebenfalls schriftlich und in geheimer Wahl wurde Frank Jansen zu seinem Stellvertreter gewählt. Beide Vorschläge müssen noch vom Rat der Gemeinde bestätigt werden.

Die weiteren Positionen wurden dann per Akklamation besetzt.

  • Zugführer: Christoph Rump
  • Stellvertretender Zugführer: Markus Hoffhaus
  • Gruppenführer: Tobias Themann
  • Stellvertretender Gruppenführer: Alfons Lücking
  • Maschinist auf dem Hilfelöschgruppenfahrzeug: Otto Vaske
  • Schulkassenbetreuer: Michael Toetz (Sprecher), Alexander Schmidt, Christian Abeln, Dirk Fennen
  • Kassenprüfer: Christian Abeln
  • Festausschuss: Michael Abeln und Simon Vorwerk.

Alle Wahlen erfolgten ohne Gegenstimme oder Enthaltung.

Beförderungen

Zu den erfreulichen Aufgaben eines Bürgermeisters gehört es immer wieder, verdiente Feuerwehrkameraden, die die entsprechenden Lehrgänge besucht haben, zu befördern. So konnte Bürgermeister Michael Fischer auf der Generalversammlung folgende Feuerwehrkameraden befördern:

  • Matthias Walder, Philipp Wegmann (Feuerwehrmann),
  • Willi Moor (Oberfeuerwehrmann),
  • Simon Vorwerk, Sebastian Werner (Hauptfeuerwehrmann),
  • Markus Lampe (1. Hauptfeuerwehrmann),
  • Tobias Themann (Löschmeister),
  • Christoph Rump (Oberlöschmeister),
  • Reinhard Vaske (Brandmeister).

Der Stellvertretender Kreisbrandmeister Berthold Bäker konnte den Kreisausbilder Marcus Wagner zum Oberlöschmeister befördern.

Zum Abschluss der Versammlung dankte der neue Gemeindebrandmeister Reinhard Vaske seinem Vorgänger Konrad Böske und dem bisherigen Stellvertreter Uwe Zimmermann für die geleistete Arbeit und gab einen kleinen Rückblick auf die zurückliegenden Amtszeiten. Als kleines Dankeschön erhielten beide eine Armbanduhr mit dem Wappen der Feuerwehr Emstek und den eingravierten Jahreszahlen ihrer Amtszeit.

Aus- und Weiterbildung ist ein sehr wichtiges Thema bei der Feuerwehr Emstek. Nach erfolgreicher Absolvierung von Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene konnten folgende Kameraden befördert werden. Auf dem Bild von links nach rechts, vordere Reihe: Bürgermeister Michael Fischer, Markus Lampe (1. Hauptfeuerwehrmann), Reinhard Vaske (Brandmeister), Philipp Wegmann (Feuerwehrmann), Tobias Themann (Löschmeister), Christoph Rump (Oberlöschmeister), Gemeindebrandmeister Konrad Böske, stellv. Gemeindebrandmeister Uwe Zimmermann, obere Reihe: Willi Moor (Oberfeuerwehrmann), Simon Vorwerk und Sebastian Werner (beide Hauptfeuerwehrmann), Marcus Wagner (Oberlöschmeister). Auf dem Bild fehlt: Mattias Walder (Feuerwehrmann).